Umsatzsteuerliche Behandlung von Gutscheinen

Bei der Veräußerung von Gutscheinen stellt sich immer wieder die Frage, ob bereits bei der Veräußerung, oder erst bei der Einlösung des Gutscheins Umsatzsteuer fällig wird. 
Ist die Leistung, für die der Gutschein ausgegeben wird, bereits genau bestimmt, liegt beim Verkauf des Gutscheines ein steuerbarer Umsatz vor. Damit eine konkrete Leistung vorliegt, müssen jedenfalls Art, Inhalt und Umfang der künftigen Leistung exakt feststehen. Der Verkauf unterliegt der Anzahlungsbesteuerung. Deshalb muss bereits beim Verkauf Umsatzsteuer abgeführt werden.

Die Veräußerung von Gutscheinen durch Unternehmer, die zum späteren Bezug von Waren nach freier Wahl berechtigen, stellen keinen umsatzsteuerbaren Vorgang dar. Umsatzsteuer muss daher erst bei der Einlösung des Gutscheins abgeführt werden. In der Rechnung für die Gutscheine darf keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden. 
Wird dennoch schon beim Verkauf des Gutscheines fälschlicherweise die USt in der Rechnung offen ausgewiesen, dann wird sie vom Unternehmer aufgrund der Rechnungslegung geschuldet. Unabhängig davon entsteht sie zum Zeitpunkt der Einlösung des Gutscheines ein zweites Mal.